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Wundstarrkrampf

Wundstarrkrampf,

Tetanus:

schwere, oft tödlich verlaufende bakterielle Infektionskrankheit mit typischen Muskelkrämpfen. Wegen der konsequenten Durchimpfung ist der Wundstarrkrampf in den Industrieländern sehr selten geworden, in Entwicklungsländern kommt ihm eine weitaus höhere Bedeutung zu. In einigen Bundesländern besteht Meldepflicht bei Erkrankung und Tod an Wundstarrkrampf.

Ursache: Der Erreger, Clostridium tetani, ist weltweit verbreitet und findet sich meist im Erdreich. Gelangt er in tiefe oder zerklüftete Wunden mit mangelhafter Sauerstoffversorgung, vermehrt er sich am besten; in der Hälfte aller Fälle von Wundstarrkrampf gehen allerdings nur Bagatellverletzungen voraus.

Befund: Wenige Tage bis 2 Wochen nach der Verletzung tritt nach unspezifischen Allgemeinbeschwerden wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit zunächst eine auf die Kiefer- und Zungenmuskulatur beschränkte krampfartige Erhöhung der Muskelspannung mit Kieferklemme (Trismus) auf. Später breitet sich die sehr schmerzhafte Verkrampfung bei vollständig erhaltenem Bewusstsein auf praktisch alle Muskeln des Körperstammes aus, die Gliedmaßen bleiben oft verschont. Die Kranken verzerren unwillkürlich die Gesichtsmuskeln und fletschen »grimmig« die Zähne (Risus sardonicus), überstrecken oft den Rumpf bei gleichzeitiger Rückwärtsbeugung des Kopfes (Opisthotonus). Krämpfe der Atemmuskulatur führen zu lebensgefährlichen Erstickungsanfällen.

Behandlung: Weil nicht die Bakterien, sondern die von ihnen produzierten Giftstoffe (Bakterientoxin) die schädlichen Wirkungen entfalten, gibt man möglichst rasch ein spezifisches Gegengift (Antitoxin), durch das noch frei zirkulierendes Nervengift unschädlich gemacht wird. Begleitend werden hoch dosierte Antibiotika zur Bakterienelimination verabreicht, die schmerzhafte Muskelverkrampfung wird durch muskelspannungslösende Medikamente (Muskelrelaxanzien) gelöst.

Auch bei kleinen, mit Erdreich oder Straßendreck in Berührung gekommenen Wunden sollte eine ärztliche Wundversorgung erfolgen. Der Verletzte sollte seinen Impfpass zur Notaufnahme mitbringen, denn von der Anzahl der Vorimpfungen hängt die weitere Vorgehensweise ab.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 23.03.2012

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