entzündliche Erkrankung der Schlagadern, die zur Zerstörung der Gefäßwand führt und in der feingeweblichen Untersuchung charakteristische Riesenzellen aufweist. Die Riesenzellarteriitis gehört zur Gruppe der Autoimmunkrankheiten, die durch eine Immunreaktion gegen das körpereigene Gewebe hervorgerufen werden.
Einteilung und Befund: Drei Formen der Riesenzellarteriitis sind von größerer klinischer Bedeutung.
Die Polymyalgia rheumatica betrifft fast ausschließlich ältere Menschen. Sie geht mit Fieber, Gewichtsabnahme und heftigen Muskelschmerzen im Schulter- und Beckengürtelbereich einher.
Bei der Horton-Krankheit (Arteritis temporalis) ist die Entzündung zunächst auf die Schläfenarterie (Arteria temporalis) beschränkt. Sie tritt häufig zusammen mit der Polymyalgia rheumatica auf. Die Betroffenen sind fast immer älter als 50 Jahre und überwiegend weiblich. Typisch sind Kopfschmerzen im Schläfenbereich, die nadelstichartig oder migräneähnlich sein können. Die betroffene Arterie ist verhärtet tastbar. Eine gefürchtete Komplikation ist die Mitbeteiligung der Augenarterie (Arteria ophthalmica) mit der Gefahr der Erblindung.
Der Bogen der Hauptschlagader und die Anfangsteile der in diesem Bereich abgehenden Arterien sind bei der Takayasu-Krankheit von dem Entzündungsprozess betroffen. Die Erkrankung tritt überwiegend bei jungen Frauen zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf und verläuft unter dem klinischen Bild eines Aortenbogensyndroms.
Behandlung: Charakteristisch für die verschiedenen Riesenzellarteritiden ist, dass sich die Beschwerden unter der Einnahme von kortisonähnlichen Mitteln (Kortikoide) meist innerhalb weniger Tage bessern. Die Medikamente müssen mindestens 2 Jahre in niedrigerer Dosierung (Erhaltungsdosis) weiter eingenommen werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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