angeborene oder erworbene Verhornungsstörung der Haut. Dabei kann es sich um eine Verdickung der Hornschicht (Hyperkeratose) durch vermehrte Neubildung oder verminderte Abschilferung von Hornzellen handeln oder um eine Störung der Hornschichtqualität (Dyskeratose).
Ursache und Befund: Bei den angeborenen Keratosen kann der ganze Körper betroffen sein (z. B. bei der Fischschuppenkrankheit) oder nur bestimmte Körperregionen. Zu Letzteren gehören die Palmoplantarkeratosen, bei denen Verhornungsstörungen im Bereich von Handflächen und Fußsohlen auftreten, und die follikulären Keratosen, bei denen sich spitze Hornkegel in den Haarfollikeln entwickeln. Einige Erkrankungen dieser Gruppe sind harmlos, bei anderen kommt es aufgrund narbiger Abheilung zur Haarlosigkeit in den betroffenen Bereichen. Bei der Dyskeratosis follikularis entwickeln sich warzenartige, oft zusammenfließende derbe Papeln in talgdrüsenreichen Regionen der Haut.
Keratosen können mechanisch bedingt sein (z. B. Schwielen oder Hühneraugen) oder durch chemische Substanzen verursacht. Eine wichtige Erkrankung dieser Gruppe ist die Teerkeratose, bei der sich nach jahrelangem Kontakt mit Teerprodukten an lichtexponierten Stellen des Körpers sowie am Hodensack kleine derbe Hornpapeln bilden. Die Arsenkeratose mit flächenhaften Verhornungen an Handflächen oder Fußsohlen bzw. mit warzenartigen Keratosen im Gesicht, an Hals und Rumpf findet sich bei chronischer Arseneinnahme (Haustrunk bei Winzern).
Nach langjähriger Sonnenbestrahlung entsteht v. a. bei hellhäutigen Personen die aktinische Keratose (Lichtkeratose) mit einem Altersgipfel jenseits des 50. Lebensjahres. Sie entwickelt sich häufig flächenhaft auf unbekleideter Haut (z. B. Nase, Stirn, Glatzenregion, Handrücken) und ist gekennzeichnet durch eine deutlich spürbare Rauigkeit der Haut. Oft besteht auch eine Rötung. Teerkeratose, Arsenkeratose und die aktinische Keratose gelten als Krebsvorstufen (Präkanzerosen), bei denen sich ohne Behandlung Hautkrebs entwickeln kann.
Behandlung: Bei den angeborenen Keratosen ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich. Eine Besserung der Hauterscheinungen kann durch die äußerliche Anwendung von hornschichtauflösenden Mitteln (harnstoffhaltige oder salicylsäurehaltige Präparate), evtl. Kortikoiden und fetthaltigen Salben erreicht werden. Bei ausgedehntem Befund können Vitamin-A- oder evtl. Kortisonpräparate eingenommen werden. Bei den erworbenen Keratosen muss der auslösende Reiz gemieden werden. Eine Präkanzerose wird bei geringer Ausdehnung operativ entfernt. Bei flächenhafter Ausdehnung erfolgt eine Therapie durch Laserbestrahlung, mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie) oder durch Auftragen eines Zytostatikums in Salbenform.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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