angeborene Unterentwicklung der Hüftgelenkspfanne. Es besteht die Gefahr, dass der Hüftkopf aus der Pfanne herausspringt (Luxation). Die Hüftdysplasie ist die häufigste angeborene Skelettfehlentwicklung und betrifft Mädchen sechsmal häufiger als Jungen. Die Ursache ist unbekannt, erbliche Faktoren spielen jedoch sicher eine Rolle. Eine Behinderung der Abspreizung des Oberschenkels und eine Asymmetrie der Gesäß- und Oberschenkelfalten können auftreten. Die Diagnose wird meist bei der Ultraschalluntersuchung der Hüfte gestellt, die für alle Neugeborenen innerhalb der ersten Lebenswoche empfohlen wird.
Die Behandlung erfolgt in Abhängigkeit von der Befundschwere durch breites Wickeln oder Spreizhosen, bei denen durch das Abspreizen der Beine in Beugestellung der Kopf des Oberschenkelknochens in der Hüftgelenkpfanne zentriert wird. Dadurch wird die Ausbildung einer normalen Gelenkpfanne gefördert. Der Säugling kann jedoch noch immer strampeln. Die Dauer der Therapie hängt vom Alter des Kindes und dem Schweregrad der Hüftdysplasie ab und beträgt zwischen 6 Wochen und 6 Monaten. In schweren Fällen kann eine Extensionsbehandlung (Overhead-Extension) mit anschließender Fixierung der Hüftgelenke mit Schienen oder Gipsverbänden durchgeführt werden, der sich später eine operative Korrektur der Hüftgelenkpfanne anschließen kann.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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